Reparier Premiere in Donnerschwee

Repair Café Donnerschwee. Foto: Barthel Pester

Mit den Himmelsrichtungen zu Hilfe liest sich der Reparierflickenteppich Oldenburg so: In der Stadtmitte in der Rosenstraße, im Stadtsüden in Kreyenbrück im Gemeindehaus von St. Johannes, knapp hinter der Stadtgrenze im Norden in Metjendorf im Mehrgenerationenhaus, im Westen im Stadtteiltreff Bloherfelde, im Nordwesten im Stadtteiltreff Dietrichsfeld in der Alexanderstraße 331 und nordöstlich der Innenstadt nun auch im Stadtteil Donnerschwee in der Theodor-Francksen-Straße 81 in „die fachleute“. Das sind die Standorte der Repair Cafés, sehr sauber über die Stadtteile verteilt.

Donnerschwee hatte gestern seine Repair Café Premiere mit hohem Besuch, aber dazu später. Vorher, beim Sommerfest im Juni in NeuDonnerschwee, gab’s quasi ein Repair Café Outlet unter freiem Himmel, das sehr guten Anklang gefunden hatte. Nun also hat Donnerschwee seinen festen Reparier Treffpunkt an einem idealen Standort mittendrin in einem Füllhorn von Reihenhäusern in der Theodor-Francksen-Straße 81. Diese Nachbarschaft sucht ihresgleichen. Den Ort bespielen unter der Woche und samstags zu geregelten Öffnungszeiten „die Fachleute“. „die Fachleute“ heißen Tanja und Frank und haben im Sommer ein Geschäft eröffnet, das es in Oldenburg noch nicht gegeben hatte: Die Beiden vermieten Regalfläche. Darauf hatten scheint’s sehr viele Menschen gewartet, denn die schier endlosen Regalflächen waren flugs vermietet. Wer des Flohmarkts überdrüssig ist oder die Anonymität virtueller Versteigerungen nicht mehr aushält packt seine Sachen und stellt sie im Regal in „die fachleute“ aus. Ein Repair Café dort drin ist eine wunderbare Ergänzung zusätzlich zu dem Angebot  älterer gebrauchter Dinge.

Repair Cafés respektieren die natürlichen Grenzen des Planeten und reduzieren Lebensqualität nicht auf die Vielfalt von Waren. Darüber diskutieren mit MdB Dennis Rohde (r.) und seinem Mitarbeiter Malte Ringer (2.v.r.) Katharina Dutz und Niko Pach (2.v.l.).
Repair Cafés respektieren die natürlichen Grenzen des Planeten und reduzieren Lebensqualität nicht auf die Vielfalt von Waren. Darüber diskutieren mit MdB Dennis Rohde (r.) und seinem Mitarbeiter Malte Ringer (2.v.r.) Katharina Dutz und Niko Paech (2.v.l.). Foto: Barthel Pester

Nun sind Repair Cafés auch Orte für die Auseinandersetzung mit der Frage, in was für einer Gesellschaft wir leben möchten. Neben dem Reparieren von Gegenständen des täglichen Bedarfs hat ein Repair Café auch die Funktion eines Treffpunktes. Da traf es sich außerordentlich gut, dass ein Bundestagsabgeordneter des Weges kam und zur Reparier Premiere seine Aufwartung machte: Dennis Rohde, die zweite Legislaturperiode nacheinander im Bundestag, holte den Wahlkreis 27 (Stadt Oldenburg und der Landkreis Ammerland) beide Male direkt.

Mit Katharina Dutz und Niko Paech, den beiden Gründer*innen des Repair Cafés 2013, wurde sogleich politisch diskutiert über die Zusammenhänge zwischen Rohstoffabbau, Landnahme, Wirtschaftswachstum, Klimakrise und der Forderung über die Senkung der Mehrwertsteuer auf Reparaturen auf 7%. Seitens der Reparierenden wird schon seit Jahren von der Politik gefordert, die Reparatur an sich zu stärken, den Ressourcenverbrauch zu senken und von der kommunalen Wirtschaftsförderung zu profitieren. Ein konkretes Beispiel ist der Zugang zu erschwinglichen Ersatzteilen. Hersteller, Händler und Importeure müssen verpflichtet werden, allen Marktakteuren über die gesamte Nutzungsdauer hinweg Ersatzteile zugänglich zu machen.

Reparieren in Donnerschwee immer am zweiten Samstag eines Monats von 14-18 (v.l.n.r.): Reparateur Alexander, Tanja Meixner, Reparateur Frank, Organisatorin Christa Stock, Katharina Dutz, Barthel Pester, Niko Paech und Dennis Rohde. Foto: malte Ringer
Reparieren in Donnerschwee immer am zweiten Samstag eines Monats von 14-18 Uhr (v.l.n.r.): Reparateur Alexander, Tanja Meixner, Reparateur Frank, Organisatorin Christa Stock, Katharina Dutz, Barthel Pester, Niko Paech und Dennis Rohde. Foto: Malte Ringer

Wir konsumieren nicht nachhaltig. Die Abfallberge wachsen und der hohe Energie- und Ressourcenverbrauch gefährdet das Klima. Um unseren ökologischen Fußabdruck zu reduzieren, müssen wir Produkte deutlich länger nutzen. Das erfordert die Schaffung der Voraussetzungen für deren Reparatur, wozu die Politik bislang kaum beigetragen hat. Der Bundestagsabgeordnete Dennis Rohde hat all dem zugestimmt im Repair Café Donnerschwee. Wir werden ihn wieder einladen.

Noch ein Ergebnis aus der Premierenvorstellung des Repair Cafés in Donnerschwee: Das Repair Café in Donnerschwee sucht dringend Unterstützung, sprich Reparateur*innen und Orgahelfer*innen das nächste Mal am Samstag, den 13.10. von 14-18 Uhr. Wer daran interessiert ist schreibt bitte an info@repaircafe-oldenburg.de. Lasst Christa bitte nicht alleine. Repair Café geht nur im Team und macht auch nur im Team Spass.

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