Reparieren statt Wegwerfen

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Bürger*innen aufgepasst: Uni und Stadt suchen Betriebe, die reparieren

„In meiner Kindheit war es selbstverständlich, dass man kaputte Gegenstände vom Elektriker, der Schneiderin oder dem Schuster reparieren ließ. Heute ist der Neukauf in der Regel bequemer, besonders, wenn er online geschieht und vermeintlich Zeit spart. Dabei ist eine Reparatur häufig einfacher, als wir denken. Außerdem spart sie Geld und schont Ressourcen“, sagt Dr. Katharina Dutz, Dozentin an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg mit dem Arbeitsschwerpunkt „Nachhaltigkeit und Technikbewertung“.

Dutz hat im Jahre 2013 gemeinsam mit  Niko Paech das erste Repair Café Oldenburgs gegründet und stellt seitdem ein steigendes Interesse am Reparieren von Gegenständen des täglichen Gebrauchs fest. War die Reparatur vor wenigen Jahren noch uncool und altmodisch, gibt es heute in Deutschland über 900 Repair Cafés, in denen man kostenlos Dinge reparieren lassen oder lernen kann, Dinge selber zu reparieren.

„Das Projekt setzt daran an, was für uns immer wichtiger wird: nachhaltige Wirtschaftsförderung“, stimmt Roland Hentschel zu, stellvertretender Leiter der Wirtschaftsförderung der Oldenburger Stadtverwaltung. „Es geht darum, Wege für Ressourceneinsparung mit neuen Geschäftsprozessen und -ideen zu verbinden. Repair Cafes und Upcycling-Prozesse sind sehr gute Möglichkeiten, dies aufzuzeigen und neue Verbindungen herzustellen“, ergänzt Hentschel.

Dies verdankt sich einem vom Bundesumweltministerium geförderten Projekt, das von Barthel Pester koordiniert wird. Neben dem Wunsch, nachhaltiger zu leben, besuchen immer mehr Menschen ein Repair Café, weil die Zahl von Handwerksbetrieben, die reparieren, abnimmt – und diese wenigen Reparaturbetriebe sind sehr gut nachgefragt. Mittlerweile gibt es in Oldenburg und umzu sieben Repair Cafés.

Niko Paech, ehemals Nachhaltigkeitsforscher an der Universität Oldenburg und derzeit an der Universität Siegen tätig, möchte wissen, welche Betriebe in Oldenburg noch reparieren: „Wir bitten die Öffentlichkeit, uns die Betriebe zu nennen, bei denen sie reparieren lassen. Ob es die Waschmaschine ist, ihr Fernseher oder ihr Smartphone. Wissenschaftlich ist es für uns hoch interessant zu erfahren, in welchen Bereichen überhaupt noch Reparaturen angeboten werden. Denn die Nachfrage ist groß nach Reparaturen, aber der Markt, also das Angebot von Reparaturdienstleistungen, wird kleiner.“

Roland Hentschel , Katharina Dutz, Niko Paech und Barthel Pester planen gemeinsam mit dem gemeinnützigen Verein transfer – Netzwerk nachhaltige Zukunft ein Verzeichnis Oldenburger Reparaturdienstleister, das, ähnlich wie der Einkaufskompass KOSTBAR, Oldenburgs kleineren Betrieben zu mehr Sichtbarkeit verhilft .

Unter https://www.repaircafeoldenburg.org/reparierbar/ ist ersichtlich, welcher Betrieb bereits erfasst worden ist. Bitte schreiben Sie eine Email an info@repaircafe-oldenburg.de und nennen Sie den Betrieb oder die Betriebe, die reparieren.

Die Nordwest Zeitung hat am Samstag, den 22.09.2018 folgenden Artikel dazu herausgebracht.

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