07./08. März 2019

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Ein Haus gebaut aus Restmaterialien

Bezahlbarer Wohnraum, Wohnungsnot, Wohnungsgipfel, Baukindergeld, Bündnis für Wohnen: Worte wie diese sind in aller Munde. Dank äußerst geringer Zinsen für geliehenes  Geld boomt der Neubau in Städten regelrecht und die Mieten steigen rasant. Neu bauen muss eigentlich nicht sein, denn in großen Teilen Deutschlands herrscht kein Wohnungsmangel. Etwa 15 Mio. Kinderzimmer stehen leer und auf mehr als zwei Mio. Quadratmetern Büroflächen sammelt sich der Staub.

Der Oldenburger Filmemacher Karl-Heinz Heilig hat bereits 1985 ein anderes Signal gesetzt und ein Haus mit seinen eigenen Händen aus Restmaterialien gebaut. Heilig ist am Mittwoch, den 23.01.2019 um 18.15 Uhr in der Freien Waldorfschule, Blumenhof 9 in 26135 Oldenburg, Gast der Vortragsreihe zur Kultur des Reparierens. „Müll ist Mangel an Phantasie – wie ich mein Haus von 1985 bis 1987 aus gebrauchten Werkstoffen gebaut habe“ ist der Titel seines Vortrags.

Für die Außenmauern hat Heilig Bruchsteine aus seinem Garten verwendet, die Innenwände sind aus recycelten Kalksandsteinen und weich gebrannten Ziegeln gemauert und das Holz für den Dachstuhl, die Fenster und Türen so wie den Bau von Möbeln hat er aus Abfallcontainern herausgesucht. Isoliert hat Heilig mit Holzwolleplatten, die bei Hausabrissen reichlich und in überwiegend gutem Zustand zu haben sind.

Das Vordenken Heiligs hat leider keine Schule gemacht damals. Doch es gibt einen Trend zu Kleinsthäusern und auch in der Architekturszene gibt es ein zartes Umdenken. Die Architektur-Bienale 2012 in Venedig stand unter dem Motto „Reduce – Reuse – Recycle“ (Reduzieren, Wiederverwerten, Recyceln).

Der nächste Vortrag über die Kultur des Reparierens findet am 24.04.2019 statt. Dann wird Helmer Wegner von der Uni Oldenburg von einem Forschungsprojekt berichten, wie Reparaturwissen und Reparaturkönnen in Schulen unterrichtet werden.

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