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Reparieren im Edith-Russ-Haus

Possessed Landscapes

Austellung im Edith-Russ-Haus vom 30. Januar bis 29. März geöffnet

 

Repair Café am Mittwoch den 12.02., 04.03. und 25.03.2020 jeweils von 15 – 17 Uhr

Die internationale Gruppenausstellung Possessed Landscapes beschäftigt sich mit künstlerischen Repräsentationen von Landschaft – allerdings nicht in ihrer kunsthistorischen Darstellung als Ort der Erholung, als allegorisches Instrument oder als Platzhalterin für erhabene Schönheit. Possessed Landscapes untersucht vielmehr die Beziehungen zwischen Menschen und dem Land unter den Gesichtspunkten der Extraktion, Ausbeutung und Kolonisierung.

Den Ausstellungstitel Possessed Landscapes kann man mit „Landschaft im Besitz“, aber auch mit „Besessene Landschaft“ übersetzen. Er verweist sowohl auf indigene Vorstellungen, nach denen das Land von Vorfahren bewohnt wird, als auch auf deren Verdrängung durch eine industrielle Inbesitznahme von Land, die auf unbegrenzte Extraktion abzielt und neue Landschaften der Gier erzeugt.

Die eingeladenen Künstler*innen setzen sich mit Landschaften auseinander, die durch industrielle Verfahren grundlegend verändert wurden. Diese Ausbeutung der Landschaft beginnt oft mit der Enteignung von Land und der Entrechtung der dort Lebenden. Die verbleibenden Menschen wirken in diesen dystopischen Landschaften wie Fremdkörper.

Die Ausstellung befasst sich auch mit einer propagandistischen Bildsprache, die industrielle Ausbeutung als „Abenteuergeschichte“ darstellt (wie zum Beispiel die Kampagnen der Fracking-Industrie und der Diamantenminen, die Russlands kolonialistischen Zielen dienen). Possessed Landscapes stellt solchen Bildwelten künstlerische Arbeiten gegenüber, die die Verhältnisse sichtbar machen, aus denen diese sozialen und ökologischen Landschaften hervorgegangen sind.

Viele der ausgestellten Projekte haben ihre Bilder mit Drohnen aufgenommen – eine relativ neue Form filmischer Bilder. Es geht dabei weniger um spektakuläre Luftaufnahmen, sondern um Drohnen als preiswerte und leicht verfügbare Instrumente für zivile forensische Recherchen, mit denen man die Praktiken der Industrie und den Zustand verschiedener Ökosysteme untersuchen kann.

Die in der Ausstellung gezeigten Arbeiten umfassen ortsspezifische Installationen, Videos und Videoessays. Sie behandeln auf vielfältige Weise den ausgeprägten Gegensatz zwischen industriell-modernen und überlieferten indigenen Vorstellungen. In unserer Gesellschaft wird Land als „billige Natur“ gesehen, das man ohne Gegenleistung ausbeuten kann. Viele indigene Gruppen lehnen diese „parasitäre“ Beziehung ab − für sie ist das Land nicht Eigentum des Menschen, es ist vielmehr umgekehrt das Land, welches die Menschen besitzt.

Mit Viktor Brim, Tanja Engelberts, Rachel O’Reilly, Zhou Tao und Zina Saro-Wiwa. In einem Artikel in The Guardian ist die Arbeit der an der Ausstellung beteiligten Künstlerin Zina Saro-Wiwa, die Tochter des Bürgerrechtlers, Schriftstellers und Umweltaktivisten Ken Saro-Wiwa, der 1995 in Nigeria hingerichtet worden ist, gut beschrieben.

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