Aktuelles

Internationaler Reparaturtag am 19.10.2019

Liebe Reparatur-Initiativen, -Aktive und –Interessierte,
vor uns liegt der Internationale Reparaturtag. Toppen wir mit Aktiven aus aller Welt die 150 Veranstaltungen vom letzten Jahr? Mit Blick zurück auf das Fixfest Ende September in Berlin, auf dem 250 Reparaturfans aus allen fünf Kontinenten zusammenkamen, sind wir optimistisch. Wer noch kurzfristig eine Veranstaltung andenken möchte: Reparatur-Initiativen erhalten eine ermäßigte Vorführlizenz der sehr sehenswerten Dokumentation „Welcome To Sodom.

Jacob schreibt in seinem Blog Tischlermeister Jacob aktuell über Repair Cafés. Sehr lesenswert. Jacob repariert alles aus Holz im Repair Café in der Rosenstraße bis zur Größe eines Stuhls. Und nicht nur das: Er repariert auch Keramik und Porzellan.

Seine Philosophie ist, Massivholzmöbel unter vollständigem Verzicht auf elektronisch betriebene Maschinen herzustellen. Er zeigt mittels selbst gedrehter Filme auf seiner Homepage eine Arbeitsweise, die schon fast in Vergessenheit geraten ist.

Lang lebe der Toaster: Was hatten die beiden Oldenburger Stadtteile Bümmerstede und Eversten gemeinsam? Genau, dort fand kein Repair Café statt. Bislang. Dies ändert sich nun, wenn am Mittwoch, den 25.09. und am Freitag, den 04.10.2019 in Bümmerstede im Haus Welcome und in Eversten in der Kreuzkirche zwei neue Repair Cafés ihre ehrenamtlichen Dienstleistungen anbieten.

Bei je zwei Vorbereitungstreffen im Sommer im Stadtsüden und im Stadtwesten waren viele Ehrenamtliche gekommen, um zu besprechen,

„Klimaschutz durch Anspruchsbegrenzung“ – Niko Paech schreibt im Berliner Tagesspiegel darüber, was dem Klimaschutz tatsächlich hilft: „Ein Verbot von Plastikhalmen, die Förderung von E-Mobilität – die Politik betreibt nur Symbolik. Der Einzelne muss Rechtfertigungsdruck ausüben. Bis der Rückbau der Industrie unausweichlich wird.“ Schließlich „ächzt der Planet unter Modernisierungsstress“.

Niko Paech hat recht: Noch immer werden 55 Kilogramm Lebensmittel pro Kopf in Deutschland jedes Jahr weggeschmissen. Unfassbar. Der WWF hat für 2015 in Deutschalnd 18 Millionen Tonnen Nahrungsmittel errechnet.

Detlev Wiese wird seit 1951 von einem Radio begleitet, dass sein Vater damals gekauft hat. Im Repair Café in der Rosenstraße wurde es von Horst repariert und Detlev kehrte glücklich heim. Nebenbei hat er für den Bürgersender Oldenburg Eins einen Radiobeitrag mit Jameel aufgezeichnet, den die Sendung Radio Globale senden wird. Thema natürlich: Repair Café Oldenburg.

Und dann war da noch zeitgleich eine Fahrraddemo, die in die Geschichte Oldenburgs eingehen wird,

Fällen für Fußböden trotz Forest Stewardship Council (FSC)-Siegel. Die Urwälder verschwinden. Allein in den Tropen werden pro Minute Flächen so riesig wie 35 Fußballfelder vernichtet. Das schildert die sehenswerte Dokumentation „Die Ausbeutung der Urwälder“ von Thomas Reutter und Manfred Ladwig auf 3sat: https://www.3sat.de/…/natur/die-ausbeutung-der-urwaelder-10…

Von daher sind Europas Ratschläge für den Schutz des Amazonas nicht glaubwürdig, denn Europa kann nicht einerseits Waldschutz fordern und andererseits einen Lebensstil pflegen, der eben nur mit Waldvernichtung zu bezahlen ist.

Die Arktis brennt und verursacht eine Rauchwolke, die größer als die Europäische Union ist. So hat’s auf unserem Planeten in den letzten 10.000 Jahren nicht mehr gebrannt. Dieser Juli war weltweit der heißeste Monat seit Messbeginn.

Auch der brasilianische Amazonas-Regenwald brennt verheerend seit Wochen. Im Gegensatz zu einer Kathedrale in Paris wird für die Lunge der Welt nicht gespendet.

Das UNESCO-Weltkulturerbe Great Barrier Reef ist durch die weltgrößte Kohlemine bedroht.

Fridays for Future Deutschland fordert angesichts dieser beklemmenden Tatsachen einen Systenwandel.

Ein weiteres Plädoyer für die Reparatur und den Einkauf im Einzelhandel: Der Onlinehandel ist bequem und verführt dazu, die Wohnung nicht zu verlassen. Diese Bequemlichkeit führt dazu, viel zu viele Dinge zu bestellen. Das, was dann nicht benötigt wird, wird zurückgeschickt. Und dann geschieht das Unfassbare: Die meisten dieser Waren werden von den Händlern vernichtet. Im Wert von über sieben Milliarden Euro jährlich allein in Deutschland. Freundlich formuliert passt dieses Verhalten nicht recht in diese Zeit.

Der Ökonom Niko Paech empfiehlt einen fröhlichen Wohlstandsboykott, denn Technologie oder die CO2-Steuer lösen nicht das Klimaproblem. Wie das funktioniert ist in der tageszeitung (taz) zu lesen: https://taz.de/Nachhaltigkeit-und-Klimapolitik/!5609132/.

Die Reparatur von Gegenständen ist nur eine Möglichkeit, dem ökologischen Enstfall zu begegnen. Mehr als 1.000 Repair Cafés deutschlandweit und der Verbund Offener Werkstätten schrauben das seit Jahren vor. Der Erfolg spricht für sich.

Niko Paech empfiehlt einen friedlichen und fröhlichen Aufstand der sich dem Konsum Verweigernden.

„Wir brauchen einen Aufstand der Handelnden“, fordert der Postwachstumsökonom Niko Paech, Lehrender an der Uni Siegen in einem Interview mit dem Deutschlandfunk zum Klimaschutz: https://www.deutschlandfunk.de/oekonom-zu-klimaschutz-wir-b….

Die Zeitung mit den vier großen Buchstaben fragt den abwertend als „Öko-Professor“ betitelten Niko Paech daraufhin, „ist das noch Umweltbewusstsein oder schon Öko-Diktatur?“ Und die Frankfurter Allgemeine Zeitung unterstellt daraufhin der ARD, das sie Vorschriften „macht, dass es nur so kracht“. Sie raunt: „Klimahysterie im Ersten“.

Wir konsumieren in einer Weise, als wäre das ganze Jahr Weihnachten: Wir haben zu viel von Allem. Der Bayerische Rundfunk hat mit der sehr guten Dokumentation „Was man im Leben braucht“ von Angelika Kellhammer auch die Reparatur thematisiert, um deutlich zu machen, das die meisten von uns zu viel von Allem haben: https://www.ardmediathek.de/…/Y3JpZDovL2JyLmRlL3ZpZGVvLzI3…/.

Mit dabei der Wachstumskritiker Niko Paech und die Politökonomin Maja Goepel. Sehr sehenswert.

Motto von Fridays for Future Deutschland: „Ihr geht mit der Welt um, als hättet ihr eine zweite im Keller“. Heute ist Erdüberlastungstag. Was das bedeutet? Die Menschheit hat seit heute ihr Budget an natürlichen Rohstoffen, die in diesem Jahr nachwachsen, aufgebraucht. Die Weltbevölkerung beansprucht derzeit Ressourcen von 1,75 Erden. Würde die Menschheit so viel verbrauchen wie wir Deutschen, wären sogar drei (!!!) Erden notwendig.

Mit reparieren wird richtig viel Energie gespart.