Repair Cafés sind geschlossen.

Bleibt gesund und munter.

Aktuelles

Von der Waschmaschine bis zum Smartphone kommen jedes Jahr immer mehr Elektronikgeräte auf den Markt. Allein 2017 wurden in Deutschland rund 2,1 Millionen Tonnen Elektro- und Elektronikgeräte in Verkehr gebracht. Das sind fast 30 Prozent mehr als noch 2007. Die Digitalisierung von immer mehr Lebensbereichen und die zunehmende Elektrifizierung der Mobilität etwa durch E-Roller führen dazu, dass die Zahl elektrischer Geräte weiter steigt. Diese Trends sind mit einem massiven Ressourcenverbrauch verbunden. Wenn Geräte schon nach kurzer Nutzungsdauer ausgetauscht werden,

2020 wird das Jahr der Reparatur in Oldenburg: Sage und schreibe 51 Repair Cafés finden allein im ersten Halbjahr statt. Am kommenden Wochenende gibt es gleich einen Dreiklang der Reparatur, wenn am Freitag in Eversten und in Kreyenbrück repariert wird und am Samstag in der Innenstadt in der Rosenstraße. Ein neues Repair Café findet im Edith-Russ-Haus im Februar und im März im Rahmen der Ausstellung Possessed Landscape statt, Kultur kooperiert mit handwerklichen Fähigkeiten.

Qualität

Reparieren statt wegschmeißen

Sepp Eisenriegler, Reparatur- und Service-Zentrum R.U.S.Z

Sepp Eisenriegler und sein Reparaturunternehmen R.U.S.Z. kämpfen für die zirkuläre Wirtschaftsweise.

Ich bin seit 40 Jahren hauptberuflich in der Abfallwirtschaft und Ressourcenschonung tätig. Vor mehr als 20 Jahren habe ich das Reparatur- und Service-Zentrum R.U.S.Z gegründet. Heute ist das R.U.S.Z der größte, unabhängige Reparaturbetrieb für E-Geräte in Österreich und der bekannteste in der EU.

„KMU können durchaus große Wirkung entfachen!“

Iiihhh, ein Samstagmittag im November. Das Wetter typisch für einen November in Oldenburg: regnerisch, windig, knapp unter zehn Grad. Andererseits segeln in der Oldenburger Innenstadt große bunte Blätter von hohen, alten Bäumen auf Bürgersteige und Straßen. Herrlich einmalig und einzigartig vergänglich.

Gegen die Vergänglichkeit bereiten ein paar wenige Ehrenamtliche, noch ein wenig feucht auf ihren rosigen Wangen und Handflächen von der Hinfahrt auf ihren Fahrrädern, die Novemberausgabe des Repair Cafés in der Rosenstraße in den Räumlichkeiten der Oldenburger Werkschule e.V.

„Was? Schon halb sechs? Ich hatte noch keinen einzigen Kaffee und dann noch nicht mal ein Erfolgserlebnis“, murrt der Reparateur M. im Treppenhaus vor sich hin. Er geht vom 4. Stock ins Parterre, wo gespendete Kuchen, Kekse, Kaffee und Tee auch auf ihn warten. M., nennen wir ihn Michael, meint das einerseits belustigt, andererseits auch ernsthaft, denn sein handwerkliches Wissen, seine jahrzehntelange Erfahrung und auch sein persönlicher Stolz sind ein bisschen geknickt. Da versucht er einmal monatlich ehrenamtlich Menschen zu helfen,

Er steht in der Tür und hält einen Staubsauger in seinen beiden Händen. Der Zopfträger mittleren Alters schaut unschlüssig in die Räumlichkeiten des Repair Cafés. Es ist sein erster Besuch dort. Eine äußerst konzentriert wirkende Dame, an einer Nähmaschine sitzend, ermuntert den Mann einzutreten ohne den Kopf zu heben. „Elektrik ist hinter mir. Setzen Sie sich hin, Sie müssen warten, bis Sie dran sind“, weist sie ihn ein. Brav und ergeben folgt er ihrer Aufforderung und setzt sich hin.

Die beiden Jungens sind unschlüssig. Sie stecken jeder beide Hände tief in ihre Hosentaschen. Sie sind 15, 16 oder 17 Jahre jung. „Sprachlernklasse“, sagt der Pauker. Unbegleitete minderjährige Geflüchtete. Aus Afghanistan. Die beiden stehen herum und wissen nicht recht, was sie machen sollen. Sie kamen in Deutschland erst vor ein paar Monaten an. Seit vier Wochen sind sie in einer Unterkunft im Oldenburger Stadtteil Kreyenbrück untergebracht.

Das Repair Café der IGS Kreyenbrück ist der zweite Reparier Treffpunkt Oldenburgs.

Es ist viertel vor drei an einem Nachmittag und Reparateur Horst reibt sich mit seiner rechten Hand verdutzt an seinem Hinterkopf: Auf dem Flur stehen sie Schlange. Vier ältere Herrschaften. Eine Frau und drei Männer. Es geht doch erst um 15 Uhr los. Horst entdeckt aus dem Augenwinkel einen Rechner aus dem vergangenen Jahrtausend, ein Radio und sage und schreibe zwei Staubsauger. Das Interesse am gemeinsamen Reparieren von defekten Gegenständen des Alltags nimmt zu.

Heute ist Repair Café im Treffpunkt Gemeinwesenarbeit Bloherfelde/Eversten,

Internationaler Reparaturtag am 19.10.2019

Liebe Reparatur-Initiativen, -Aktive und –Interessierte,
vor uns liegt der Internationale Reparaturtag. Toppen wir mit Aktiven aus aller Welt die 150 Veranstaltungen vom letzten Jahr? Mit Blick zurück auf das Fixfest Ende September in Berlin, auf dem 250 Reparaturfans aus allen fünf Kontinenten zusammenkamen, sind wir optimistisch. Wer noch kurzfristig eine Veranstaltung andenken möchte: Reparatur-Initiativen erhalten eine ermäßigte Vorführlizenz der sehr sehenswerten Dokumentation „Welcome To Sodom.

Jacob schreibt in seinem Blog Tischlermeister Jacob aktuell über Repair Cafés. Sehr lesenswert. Jacob repariert alles aus Holz im Repair Café in der Rosenstraße bis zur Größe eines Stuhls. Und nicht nur das: Er repariert auch Keramik und Porzellan.

Seine Philosophie ist, Massivholzmöbel unter vollständigem Verzicht auf elektronisch betriebene Maschinen herzustellen. Er zeigt mittels selbst gedrehter Filme auf seiner Homepage eine Arbeitsweise, die schon fast in Vergessenheit geraten ist.

Lang lebe der Toaster: Was hatten die beiden Oldenburger Stadtteile Bümmerstede und Eversten gemeinsam? Genau, dort fand kein Repair Café statt. Bislang. Dies ändert sich nun, wenn am Mittwoch, den 25.09. und am Freitag, den 04.10.2019 in Bümmerstede im Haus Welcome und in Eversten in der Kreuzkirche zwei neue Repair Cafés ihre ehrenamtlichen Dienstleistungen anbieten.

Bei je zwei Vorbereitungstreffen im Sommer im Stadtsüden und im Stadtwesten waren viele Ehrenamtliche gekommen, um zu besprechen,

„Klimaschutz durch Anspruchsbegrenzung“ – Niko Paech schreibt im Berliner Tagesspiegel darüber, was dem Klimaschutz tatsächlich hilft: „Ein Verbot von Plastikhalmen, die Förderung von E-Mobilität – die Politik betreibt nur Symbolik. Der Einzelne muss Rechtfertigungsdruck ausüben. Bis der Rückbau der Industrie unausweichlich wird.“ Schließlich „ächzt der Planet unter Modernisierungsstress“.

Niko Paech hat recht: Noch immer werden 55 Kilogramm Lebensmittel pro Kopf in Deutschland jedes Jahr weggeschmissen. Unfassbar. Der WWF hat für 2015 in Deutschalnd 18 Millionen Tonnen Nahrungsmittel errechnet.