am 16.06.2019

von 11:00 bis 18:00 Uhr
am Pferdemarkt

Literatur

Es reicht!

Leise Töne sind seine Sache nicht, auch nicht im Alter von über 70 Jahren. Ex-Präsident Sarkozy verglich seine Antiwachstumsbewegung Décroissance schon einmal mit Terrorismus – zu Unrecht, denn gewaltsame Veränderungen sind Serge Latouche fremd.

Ewige Jugend

Wir vergöttern die Jugend und verstecken das Alter. Das war nicht immer so. Die wechselvolle Geschichte der bevorzugten Lebensphasen verändert den Blick aufs Älterwerden. Unser Alter, so Robert P. Harrison, hängt von der Welt ab, in der wir leben. Unsere Welt treibt einen verhängnisvollen Kult um die Jugend. Wenn eine alternde Gesellschaft die ewige Jugend für sich reklamiert, gibt es am Ende überhaupt keine Jugend mehr. Literatur und Philosophie liefern Harrison reiches Material für originelle Denkanstöße,

Hartz IV Möbel

»Du hast kein Geld für Möbel? Dann bau’ Dir selber welche!« Passend zur Selber-Machen-Welle hat der Berliner Architekt und Rapper Van Bo Le-Mentzel (*1977), bislang meist bekannt als Le van Bo, mit seiner Initiative einen Nerv getroffen:

Ich schraube, also bin ich

Was ist erfüllender: weltfremde Bildschirmarbeiten oder mit ölverschmierten Händen eine Harley zu reparieren? Für den Philosophen und Mechaniker Matthew B. Crawford ist die Antwort klar: Sein Weg aus der Sinnkrise führt ihn direkt in die eigene Motorradwerkstatt. Und er stellt fest: Die manuelle Arbeit verschafft mehr Befriedigung und birgt größere intellektuelle Herausforderungen als jede Bürotätigkeit.

 

Konsumtrottel

Für den Profit verkürzen Elektrogerätehersteller die Laufzeit der Geräte. Davon ist zumindest Sepp Eisenriegler überzeugt. In seinem Buch „Konsumtrottel“ kritisiert er nicht nur das System, sondern auch die „Wegwerfgesellschaft“.

Kulturen des Reparierens

Reparieren und Instandhalten sind ökonomisch wie kulturell zentrale Praktiken im »Leben« technischer Dinge und Infrastrukturen.

Marktwirtschaft reparieren

Marktwirtschaft beinhaltet eine attraktive soziale Utopie: eine gerechte Wirtschaftsordnung, in der Kooperation ohne zentrale Steuerung möglich ist. In der Realität des Kapitalismus wird die Leistungsgerechtigkeit jedoch zugunsten weniger Privilegierter verzerrt, und der Wachstumszwang ist ökologisch verheerend.

Murks? Nein danke!

Murks sind Drucker, die plötzlich ihren Betrieb einstellen, Küchengeräte, die nach wenigen Minuten heiß laufen, eine defekte Waschmaschine kurz nach Ablauf der Garantie. Wenn Ihnen das bekannt vorkommt und Sie sich auch schon gefragt haben, ob hier alles mit rechten Dingen zugeht, dann ist „Murks? Nein danke!“ Ihr Buch.

Ökonomie der Aufmerksamkeit

Georg Franck hat eine neue Ökonomie entdeckt, die mit der Ökonomie des Geldes konkurriert: die Ökonomie der Aufmerksamkeit, die nach den gleichen Gesetzen funktioniert. Aufmerksamkeit, die uns entgegengebracht wird, lässt sich verzinsen, und wer die höchste Stufe der Aufmerksamkeit erreicht hat, kann seine Kinder beerben. Aber diese Ökonomie zieht, wie jede andere, soziale Konsequenzen nach sich. Also beschließt Franck seinen Entwurf mit dem Grundriss der Ethik der Aufmerksamkeit.

Reparatur

Wer kennt das nicht? Dinge, die man sich eben erst gekauft hat, gehen bereits nach kurzer Zeit kaputt. Die Reparatur ist nicht vorgesehen, Ersatzteile sind nicht erhältlich. Was tun? Repaircafés versuchen zu helfen, doch eigentlich braucht es ein Umdenken schon bei der Konstruktion und Produktion der Dinge.

Reparatur als soziale Praxis der Resilienz und Integration

Laut dem Bericht des Uno-Flüchtlingswerks sind derzeit 65 Millionen Menschen auf der Flucht vor Krieg, Armut, Umweltzerstörung und Wassermangel (vgl. UNHCR 2016). Diese Eskalation unterstreicht die Unfähigkeit moderner Gesellschaften, Strategien für eine globale Gerechtigkeit zu entwickeln, die allen Menschen ein Mindestmaß an Würde und Sicherheit ermöglicht und sie in die Lage versetzt, in ihrer Heimat ihre Zukunft zu sehen.

Reparatur contra Obsoleszenz

Bis zum ersten Bericht an den Club of Rome (Meadows et al. 1972) schien es so, als ließe sich gesellschaftlicher Fortschritt in einen bedingungslosen Wachstumsimperativ übersetzen. Unbehelligt von materiellen oder ökologischen Restriktionen mündeten wirtschafts- und naturwissenschaftliche Bestrebungen in eine Steigerungslogik, die mit Schlüsselkategorien wie Wohlstand, Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden assoziiert werden konnte.